こんにちは – Konnichiwa von Johanna-san

English version below

“Natürliche Landwirtschaft ist einfach der Glaube, dass wir den Zustand des ‘Himmels auf Erden’ erschaffen können – hier, jetzt und mit den Werkzeugen, die wir vor uns haben.”
Mokichi Okada

Ich musste nach Indien gehen um von einem erstaunlichen Ort mitten in Deutschland zu erfahren! Ich hatte von dem Moment an, an dem ich zum ersten Mal Mitglieder von “Shumei International” während eines Navdanya Events in Delhi getroffen hatte gewusst, dass ich diese Organisation kontaktieren würde – es erschien mir zu unglaublich, wie viele meiner Leidenschaften sie kombinieren: Natürliche Landwirtschaft, Spiritualität, den Ursprung in einem Land mit einer faszinierenden Kultur und Internationalität im vollen Ausmaß – neben den Hauptzentren in Japan gibt es mehrere in den USA und ferner in London, Kanada, Frankreich, China, Irland, den Phillipinen, Brasilien, Taiwan, der Türkei, Deutschland und Italien. Seit 2004 besteht außerdem ein Projekt in Zambia (“Empowering Women Farmers in Rural Zambia through Natural Agriculture”).
Als ich aus Indien zurückgekommen war kontaktierte ich das Shumei Zentrum in Frankfurt und erhielt eine Antwort von David, der 1967 aus den USA nach Deutschland gekommen ist und seit elf Jahren mit Shumei arbeitet. Ich besuchte das Zentrum, war völlig begeistert und kam für ein Praktikum zurück.
Die Spiritualität von Shumei leitet sich vom Shintoismus, der japanischen Naturreligion, ab und basiert auf den Lehren von Mokichi Okada (auch “Meishusama” genannt, was “Meister des Lichts” bedeutet), der 1882 in einem Slum in Tokyo geboren wurde.  Er erlitt mehr Krankheiten und Schicksalsschläge in seinem Leben, als man sich vorstellen kann, dass sie eine einzige Person ertragen kann. Wie andere spirituelle Führer gab er sich der Verzweiflung jedoch nicht hin, sondern konzentrierte alles, was in seiner Macht zu stehen schien darauf, Schönheit und die Linderung von Leiden anderer Menschen zu erschaffen. Nachdem er verschiedenen Glaubensrichtungen gefolgt war, sogar Atheismus, fand er schließlich für sich heraus, dass Gott in ihm selbst ist (ähnlich der Yoga Philosophie). Außerdem entwickelte er eine eigene Heilmethode, die heute als “Jyorei” bekannt ist. Diese Methode involviert die Übertragung positiver Gedanken auf andere – Mokichi Okada fand heraus dass dies ein wesentlich besserer Weg ist zu heilen als Medikamente. Es scheint mir kein Zufall zu sein, dass seine Theorien an die anderer Landesgenossen erinnern, wie z.B. Masuru Emotos Wasserkristall-Erkenntnisse.Ein anderes Leiden, welches er lindern wollte, war das armer Farmer und dies ist der Ursprung seines Konzeptes der “Natürlichen Landwirtschaft”.

Die Hauptunterschiede zur ökologischen Landwirtschaft sind der komplette Verzicht auf Dünger (auch organischen) sowie kontinuierlicher Anbau anstelle von Fruchtfolge. Die unterliegenden Prinzipien hier sind die Annahme dass die Natur perfekt ist sowie die Wichtigkeit des Bodens. Deshalb wird er als “kraftvoll” genug gesehen um selbstständig Pflanzen zu nähren, und weiterhin wird es als vorteilhaft betrachtet dem Boden und den Pflanzen Zeit zuzugestehen sich aneinander zu gewöhnen.

Natürliche Landwirtschaft fordert zu minimalem Eingreifen in den Wachstumsprozess auf und involviert:

  • Die Verwendung einheimischen Saatguts
  • Die Praxis Saatgut aufzubewahren
  • Die Kultivierung von Boden in seinem natürlichen Zustand ohne jeglichen Zusatz wie Dünger und
  • Ein umfassendes Verständnis der Rolle von Insekten, Nachbarpflanzen und Unkräutern und wie man deren Balance ohne die Verwendung jeglicher Pestizide oder Herbizide aufrecht erhält

Diese Prinzipien basieren vielmehr auf inneren Werten als auf Wissenschaft, in erster Linie Liebe, Respekt für die Natur und Dankbarkeit.

“Ich würde hier gerne das heutige Ansehen der Wissenschaft infrage stellen, welche die meisten Menschen als einzigen Weg ansehen jegliches Problem zu lösen. (…) Meine Frage ist ob Probleme von Moralität, Kunst oder von Liebe von Wissenschaft gelöst werden können.”
Mokichi Okada

Pflanzen…
… ist fast so erfüllend wie Ernten!
Unsere wundervollen Himbeeren…
… sind auch vom kleinen Shun nicht unbemerkt geblieben!
(Habt ihr je ein so süßes Kind gesehen???)

Die dritte wichtige “Säule” von Shumei ist Kunst, da Mokichi Okada ursprünglich an der Tokyo Universität der Feinen Künste und Musik studiert hat und später sehr leidenschaftlicher Sammler von Kunstobjekten war. Er war überzeugt, dass Erziehung, Religion und Moral nicht ausreichend sind, um das menschliche Herz zu verändern, sondern dass dies nur durch die Erschaffung von Schönheit geschehen kann. Heute gibt es in der Nähe des Internationalen Hauptquartiers von Shumei in Misono (in den Shigaraki Bergen nahe Kyoto) das “Miho Museum”, welches nach der ersten Präsidentin von Shumei, Mihoko Koyama, benannt wurde. Westlich von Osaka befindet sich ferner die Insel “Kishima Island”, ein Naturreservat im Besitz von Shumei und Standort einer Modellfarm und eines Forschungszentrums für Natürliche Landwirtschaft. Das US Zentrum befindet sich in Crestone, Colorado und beheimatet zahlreiche Ashrams und spirituelle Gemeinschaften – das Tal ist den Indianischen Ureinwohnern heilig und wird von vielen zu einem der wichtigsten spirituellen Zentren der Welt gezählt.

Das Miho Museum ist gegenüber von Misono mit seinem Glockenturm gelegen, der von I.M. Pei konstruiert wurde

Wenn ihr mehr über Shumei erfahren wollt, gibt es eine Menge Informationen im Internet.  Seit letztem Jahr gibt es auch ein deutsches Buch: “Gabe des Lichts” von Roy Gibbon, Atsushi Fujimaki und Gerard Rohlfing.
In Deutschland hat Shumei sein Hauptzentrum in Frankfurt und ein kleineres in Berlin.  Ähnlich wie bei Navdanya liegt das Büro in einer großen Stadt (Frankfurt), während die „Farm“ in einem Dorf in der Nähe liegt.  In diesem Fall ist es Steinfurth in der Nähe von Bad Nauheim zwischen Frankfurt und Giessen.  Es ist hauptsächlich für seine Rosezucht bekannt, und wie so oft hatte ich das große Glück, zu der besten Jahreszeit anzukommen – alles blühte und sogar das berühmte Rosenfest sollte stattfinden.  Ein großer Teil des Dorfes gehört der Adelsfamilie „Löw von Steinfurth“ und es ergab sich, dass Shumei innerhalb des Hauptgebäudekomplexes genau dieser Familie untergebracht werden konnte, umgeben von einem entzückenden Garten:  in der Tat war Heinke von Löw die erste biologische Rosenzüchterin Deutschlands!
Die Felder, auf denen Shumei „Natürliche Landwirtschaft“ unter deutschen Klimaverhältnissen getestet hat, sind leicht mit dem Fahrrad erreichbar.  Sie umfassen eine Fläche von 2,6 ha und schließen zwei Treibhäuser mit ein.  Außerdem gibt es eine Fläche von 1000 m² auf denen Äpfel angebaut werden.

Rosendorf Steinfurth…
… und die ebenfalls „rosigen“ Shumei Felder!
Das Haus, in dem wir wohnen, liegt in einem kleinen Paradies…

Das Shumei Zentrum in Steinfurth ist das Zuhause von Mitsuo Saito, der 2003 nach Deutschland kam, um diese „Shumei Filiale“ aufzubauen und lebt hier mit seiner Frau Keiko, seinem dreijährigen Sohn Shun und seiner 6 Monate alten Tochter Aoi.  Ich bin mehr als beeindruckt von dem, was er seitdem hier aus dem Nichts in einem unbekannten Land geschaffen hat!  Außerdem gibt es hier noch zwei Shumei Mitglieder, Norikazu und Toshihito, und ab und zu Praktikanten, die kommen und gehen.  Als ich ankam wurde ich dem 18-jährigen Ken Chan vorgestellt und vor ein paar Tagen gesellte sich Ayako zu uns.  Ein- oder zweimal die Woche kommt ein Deutschlehrer und meine Hilfe bei den Hausaufgaben und beim Deutschüben werden auch geschätzt – obwohl ich den Unterschied zwischen den Lauten „ä“ und „ö“ nicht erklären kann.  Und ich weiß nicht, warum wir „kein Problem“ sagen statt „nein Problem“ ;-).
Diejenigen, die eine Zeit lang in den Zentren in den USA oder in London waren, sprechen auch ein wenig Englisch.  Ich selbst, habe auch schon die wichtigsten Wörter gelernt – „Itadakimasu!“ (Guten Appetit!) und „oishii“ (lecker) ;-).  Letzteres brauche ich immer, wenn mir etwas Japanisches gekocht wird (ich bin schon total der Miso-Suppe verfallen!).  Und nach einiger Zeit habe ich auch verstanden, dass „Johanna-san“ keine Verniedlichung ist, sondern ganz im Gegenteil eine Ehrenbezeichnung, die „Frau Johanna“ bedeutet.

David wohnt in einem Haus in der Nähe und leistet hier erstaunliche Arbeit.  Tatsächlich war er es auch, der ursprünglich den Kontakt zwischen Shumei und Steinfurth als möglichen Ort für das deutsche Zentrum hergestellt hat.  Außer, dass er all sein Wissen und seine Lebenserfahrung mit mir teilt (er ist ein „Sensei“, ein Lehrmeister im wahrsten Sinn des Wortes!), nimmt er mich zu verschiedenen Veranstaltungen in der Gegend mit wie Chorproben, buddhistischen Versammlungen, Besuchen bei Bio-Gärtnern und noch Vieles mehr…

Die Praktikanten Ayako und Ken Chan…
… sind fantastisch beim Zubereiten meiner Lieblingsgerichte!
Zum Beispiel bunte Salate und Miso-Suppe…
Sei’s Melina oder Salara – Shumei Kartoffeln schmecken einfach am allerbesten auf der ganzen Welt!

Jeden Morgen nimmt das Steinfurther Shumei Team an einer kleinen Zeremonie in dem eigens dafür eingerichteten Raum teil, um Meishusama zu ehren und seine Lehren zu lesen.  Einmal im Monat findet eine große Zeremonie im Zentrum in Frankfurt statt, an der ich bis jetzt einmal teilgenommen habe und die absolut inspirierend war.

Bei der Zeremonie in Frankfurt
Mitglieder des „Steinfurth Teams“: Norikazu, ich, Mitsuo und Ken
Ich & David, mein „Mr.Miyagi“! :)
Bei einem japanischen Buffet darf der Reiskocher niemals fehlen!
Das Essen wird von allen sehr genossen….
… Toshihito, Keiko und Klein-Aoi eingeschlossen

Zu guter Letzt bekam ich sogar die großartige Gelegenheit, Alan Imai, den Geschäftsführer von Shumei, den ich in Indien kennengelernt hatte, hier in Deutschland wiederzusehen!  Er kam direkt aus London, wo er das britische Büro besucht hatte und blieb zwei Tage lang, um am Donnerstag Abend einen Vortrag über Shumei zu halten, der nicht weniger fantastisch war als der, den er in Indien gehalten hatte!

Wiedervereint:  Meister „Sensei“ Alan & ich

Ich möchte David und allen Shumei Mitgliedern von ganzem Herzen für ihren großartigen und liebevollen Empfang danken und für ihre fürsorgliche und einfühlende  Aufmerksamkeit für meine Bedürfnisse!  Ich kann es gar nicht fassen, dass ich in meinem Leben immer wieder so fantastischen Leuten begegne!

Wenn jemand an Shumei  spenden will, hier ist die Bankverbindung:
Shinji Shumeikai Deutschland e.V.
Frankfurter Sparkasse
Kontonr.:  749990
BLZ:  500 50 201

Domo arigatou gozaimasu!!! (Vielen Dank!) :)

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s